13. Nov, 2008
Christoph Huebner
Wir waren leider ungeplant jetzt eine ganze Weile weg vom Fenster und in der Zwischenzeit ist einiges passiert. Schutzgeld hat dicht gemacht und Preisbock die Gewinnschwelle überschritten. Das sind keine unbedeutenden Neuigkeiten! Denn Schutzgeld war der erste Liveshopping-Anbieter in Deutschland. 2006 ans Netz gegangen, haben die Düsseldorfer konsequent eine Story verkauft – bis zum Schluss. Auch die Seite, die unter der bekannten Adresse den Abgesang auf die Mafiosi einläutet, ist im prägnanten Wording verfasst.
Zur Begründung heißt es offiziell: “Aus Langeweile”. Das Konzept habe sich quasi abgenutzt und böte keine Innovationen mehr. Naja. Man sagt auch, es habe sich nie wirklich rentiert. Und schlussendlich hat Schutzgeld vom neuerlichen Hype unter den Liveshoppern nicht angemessen partizipieren können.
Der überschrittenen Gewinnschwelle der Jenenser hingegen schwingt eine genau gegenteilige Meldung mit: Es ist tatsächlich möglich, mit Liveshopping nachhaltig Geld zu verdienen! Wie man das genau im Intershop-Tower über der Saale macht, steht in den nächsten Tagen in meinem Bericht vom Hausbesuch bei Christian Grötsch. Zwischenzeitlich sei diese Kolumne bei heise und die Antwort darauf ans Herz gelegt.
Auch bei den kleinen tut sich was: Shopito verlost das teuerse Basecap der Welt! Eine Mütze, ja. Mit dem Logo der Augsburger darauf. Aus Gold. 23,75 Karat. Viel dafür tun muss man übrigens nicht. Unter allen angemeldeten Nutzern wird das Käppi am 12. Dezember verlost.
11. Okt, 2008
Christoph Huebner
Die heutige Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert eine Umfrage des Beratungsunternehmens Grass Roots unter deutschen Verbrauchern: “Von der Krise finanziell direkt betroffen sahen sich bisher nur etwa 26 Prozent der Befragten.”
26 Prozent sind allerdings eine ganze Menge, wenn man Produkte verkauft, die böse gesagt “niemand braucht.” Denn das gehört ja zu den Regeln des Liveshopping: Ein Produkt zu einem guten Preis über einen begrenzten Zeitraum verkaufen. Für die Kunden nicht planbar und auf den Impulskauf ausgelegt. Es geht darum, Menschen spontan für ein Angebot zu begeistern und nicht ihnen etwas günstig zu verkaufen, wonach sie sowieso auf der Suche sind.
Daraus ergibt sich die These: Wer ein solches Geschäft betreibt, müsste doch eigentlich als allererster spüren, wenn es unter den Verbrauchern zur Zurückhaltung kommt. Ob das wirklich so ist, wollte ich mit einem Rundruf unter einschlägigen Brancheninsidern herausfinden. Hier die Ergebnisse:
- Patric Stricker von Fashionaire meint, er sei noch zu klein, um solche Effekte zu spüren. Er hat zwar seit drei Wochen eine Stagnation bei den Bestellungen. Aber da er noch relativ neu am Markt ist und noch kein kalkulierbares, regelmäßiges Geschäft aufgebaut hat, kann er zu den Ursachen und vor allem dem Zusammenhang mit der Finanzkrise im Prinzip keine Aussage machen.
- Andreas Kosmatos, der Schmuck-Dealer, hat im Oktober zwar weniger verkauft, hält aber auch andere Effekte für ausschlaggebend.
- Peter Posztos vom vermeintlichen Platzhirsch guut.de glaubt, dass ein Einbruch durch Wachstum ausgeglichen werden kann. Die gesamte Liveshopping-Szene sei noch ein sehr kleiner Bereich des eCommerce mit gewaltigem Wachstumspotenzial. Ereignisse wie der jüngste Beitrag von RTL (+4.000 Besucher in wenigen Minuten auf guut.de) erreichten permanent weitere neue Personenkreise. Dieser Zuwachs kompensiert, was möglicherweise durch äußere Einflüsse wie die Finanzkrise verloren geht.
- Mathias Jacobs, Macher des Aggregators MyLiveshopping sieht Bewegung im Markt, aber keinen Einbruch. Auch er hat durch den RTL-Bericht einen kurzfristigen Zuwachs von über 50 Prozent in den Zugriffen erlebt. Er beobachtet allerdings Verschiebungen unter den Anbietern. So sei der Shop, zu dem die meisten Besucher gingen, zurzeit Preisbock. “Guut.de hat nachgelassen”, sagt er und meint damit das Angebot, das nicht mehr so spannend und abwechslungsreich sei wie zuvor.
Fazit:
Fakt ist, dass die Verbraucher es teilweise schon spüren und in nächster Zeit auch massiv spüren werden, dass die Finanzkrise um sich greift. Kaufzurückhaltung ist die Folge. Die Leute achten mehr darauf, Schnäppchen zu machen und günstig einzukaufen. Sicher wird es auch einige geben, die auf “Shoppingerlebnisse”, Spontan- und Impulskäufe verzichten werden. Da Liveshopping an sich seine maximale Reichweite aber noch lange nicht erreicht hat, können die Anbieter wohl auch ungeschoren durch die Krise kommen – wenn sie sich anstrengen und die verlorenen Besucher durch neue ersetzen können. Das Potenzial ist da!
11. Mrz, 2008
Christoph Huebner
Der Liveshopping-Markt wird dichter und es ist offensichtlich, dass Neue nur noch Erfolg haben können, wenn sie sich spezialisieren. Nach dem Start von Reiseanbieter ABeDi und Kunsthändler NIBOKI im Dezember kündigt sich für den kommenden Dienstag (18. März 2008) mit SHOPITO ein Spezialist für Schmuckschnäppchen an. Zum einen begrenzt sich der neue Anbieter auf eine enge Produktnische. Darüber hinaus meint Andreas Kosmatos, der Gründer: ”Wir planen außerdem je nach Erfolg des Portals eine Abwandlung des Woot-Modells, so dass es für unsere Kunden dann noch attraktiver wird bei uns zu kaufen da billiger und der sportsgeist unserer Kunden animiert wird. Mehr kann ich hier leider noch nicht verraten.”