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Groupon IPO: Was lange währt …

… wird endlich gut! So sieht es zumindest für den ersten Moment aus. Groupon legte seinen lang erwarteten Börsengang mit einem großen Kurssprung aufs Parkett.

Am Abend vor dem Börsenauftritt zückte das Schnäppchenportal noch einmal den Bleistift und hob den Preis für die Aktien auf 20,- US-Dollar/Stück an. Zuvor wurde eine Verkaufsspanne von 16 bis 18 US-Dollar angepeilt. Darüber hinaus wurden 35 Millionen Aktien anstelle der ursprünglich geplanten 30 Millionen Aktien zum Kauf freigegeben. In den nächsten 30 Tagen sollen zusätzliche 5,25 Millionen Aktien auf den Markt kommen.

Der Startpreis von 20 US-Dollar bewertete Groupon mit 12,7 Milliarden US-Dollar. Zur Freude aller Beteiligten sprang der Kurs zum Handelsstart auf 28,- US-Dollar – das entspricht einem Kursgewinn von 40 %.

Von einigen bedeutenden Börsengängen aus der Web-Branche legte Groupon den bisher größten in diesem Jahr hin.

16 bis 18 US-Dollar für eine Groupon-Aktie

Das Schnäppchenportal gab in den letzten Tagen bekannt, dass es bis zu 34,5 Millionen Aktien für 16,- bis 18,- US-Dollar pro Stück ausgeben will.

Auf diesem Weg kann Groupon durch den Börsengang eine Summe von bis zu 621 Millionen Dollar erzielen. Die aktuelle Bewertung des Unternehmens soll bei 10,7 Milliarden Dollar liegen – das entspricht etwa 7,7 Milliarden Euro. Als Ticker-Symbol an der Nasdaq stellt Groupon sich die Abkürzung „GRPN“ vor.

Im dritten Quartal 2011 soll Groupon die Verluste auf 1,7 Millionen Dollar reduziert haben. Im Geschäftsbereich Nordamerika soll das Schnäppchenportal sogar schwarze Zahlen geschrieben haben. Mit insgesamt 142,9 Millionen registrierten Usern konnte Groupon seine gegenüber dem Vorjahr versiebenfachen.

Groupon: PR-Boss weg

Die Wellen um das Schnäppchenportal schlagen hoch: Nachdem Mason vergangene Woche seinem Unmut in einer Mail an die Mitarbeiter Luft machte, wurde nun bekannt, dass Groupons PR-Boss Bradford Williams die Segel strich.

In der Szene munkelt man, der PR-Chef habe das Unternehmen aufgrund der Mitarbeiter-Mail verlassen. Groupon äußerte dazu, man habe sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt – und das nach gerade einmal 10 Wochen bei Groupon.

Zu allem Überfluss mischt sich nun noch die Wettbewerbszentrale ein und mahnt einzelne Angebote von Groupon und anderen Deal-Portalen ab – dazu morgen mehr.

Groupon legt Hauptsitz in die Schweiz

Kurz vor dem geplanten Börsengang gründet Groupon in Zug die “Groupon International Switzerland GmbH”. Dem Handelsregisterauszug soll zu entnehmen gewesen sein, dass die Firma als Hauptgeschäftssitz der Groupon Gruppe (außerhalb der USA) dienen und unter anderem Finanzmittel innerhalb der Groupon Gruppe zur Verfügung stellen soll.

Michael Bradley (Steuerexperte von Groupon), Mark Hoyt (Groupons Finanzchef) und Paul Thalmann (Wirtschaftsanwalt aus Zug) wurden als Geschäftsführer eingetragen. Der genaue Standort des neuen Hauptsitzes ist noch nicht klar. Geplant hingegen ist, Teile des Europasitzes in Berlin in die Schweiz zu verlegen.

Rückschlag für Groupon

Erst vor wenigen Monaten (März 2011) fiel der Startschuss für Groupons Expansion nach China und in die VAE. Wie wir damals berichteten, ist der Groupon-Markt in China mit mehr als 2600 Konkurrenten hart umkämpft.

Groupon konnte diesem Konkurrenzkampf offenbar nicht standhalten. Einem Artikel der IT-Times nach entließ das Rabatt-Portal rund 400 chinesische Mitarbeiter. Als Grund gibt Groupon eine „schlechte Performance“ an.

Eine „schlechte Performance“ liefert Groupon auch weiterhin ab: Der geplante Börsengang steht nach wie vor auf sehr wackeligen Beinen. Neben der Tatsache, dass wichtige Kennzahlen besonders „geschönt“ wurden, wird mittlerweile sogar die Tragfähigkeit des Konzepts angezweifelt.